Wir müssen reden! | Kirche hat Zukunft – mit dir?! – 3. November

Kleiner Rückblick

Am 3. November hatte der Pfarrgemeinderat (PGR) die Mitglieder unserer Pfarreiengemeinschaft zu einer Informations- und Austauschversammlung zur Zukunft der Kirche eingeladen. Los ging es mit der 11.30-Uhr-Messe in der Dreikönigenkirche, musikalisch begleitet von Saxophon, Percussion und E-Piano, was bei der anschließenden Versammlung besonders gelobt wurde.

160 Personen waren der Einladung gefolgt, sodass der erweiterte Pfarrsaal von Hl. Dreikönige bis in die letzte Ecke gefüllt war. Zunächst gab es Informationen zur aktuellen Situation der Kirche in unserer Pfarreiengemeinschaft und im Bistum. Stark komprimiert: Unsere Kirche steckt in einer Krise, Kirche hat für immer mehr Menschen keine Relevanz mehr, Vertrauen ist verspielt worden, die Lebenswelt der Menschen hat sich deutlich verändert – Kirche kaum. Das hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Zahl der Mitglieder der Kirche kontinuierlich zurück geht, immer weniger davon noch Gottesdienste besuchen und auch die Zahlen bei Taufe, Erstkommunion und Firmung immer kleiner werden. Aber auch die Zahl der hauptberuflichen Seelsorgerinnen und Seelsorger nimmt stark ab, bis 2030 wird wohl noch die Hälfte, bis 2035 nur noch ein Viertel davon tätig sein. Auch wenn das im Grundsatz nicht viel Neues ist, merkte man dennoch vielen die Betroffenheit über das Ausmaß an. In der anschließenden Diskussion an den Tischen wurde schnell klar, dass sich die Anwesenden der Haltung des PGR anschließen: Wir können nicht einfach so weitermachen wie bisher, es braucht Veränderungen.

Damit sind wir aber nicht alleine – die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken starten am 1. Advent einen „synodalen Weg“ (www.synodalerweg.de) und unser Bistum befindet sich seit einiger Zeit auf dem „Pastoralen Zukunftsweg“ (www.zukunftsweg.koeln). Wir haben in unserer Pfarreiengemeinschaft mit dieser Veranstaltung einen Prozess begonnen, bei dem wir unter Beteiligung möglichst vieler Gemeindemitglieder Antworten finden wollen, wie wir als „Kirche vor Ort“ auf diese Entwicklungen reagieren können.

In den Tischgruppen wurde im zweiten Teil der Versammlung daher intensiv diskutiert, was jeder braucht, um seinen Glauben gut und mit Freude zu leben, wie Kirche/Gemeinde dazu beitragen kann und sich dafür ggf. ändern muss und was es braucht, damit Menschen Mitverantwortung für die Kirche bei uns vor Ort übernehmen können. Einige Punkte haben die TeilnehmerInnen auf den beschreibbaren Tischdecken notiert. Wie von Teilnehmern gewünscht, sind die Tischdecken abfotografiert worden und können – genauso wie die Präsentation aus dem Informationsblock – unten angesehen werden.

Eine systematische Auswertung bereitet derzeit das Vorbereitungsteam für die nächste Pfarrgemeinderatssitzung vor. Auffällig waren aber bereits bei einer ersten Sichtung der Tischdecken u.a. folgende mehrfach genannte Wünsche:

  • Begegnungsmöglichkeiten nach der Messe, zu der auch der zelebrierende Priester kommt
  • mehr Ökumene
  • mehr Vertrauen in und Wertschätzung für Laien, Zusammenarbeit auf Augenhöhe
  • mehr Offenheit und Transparenz
  • zielgruppenspezifische liturgische Angebote
  • bessere Predigten, orientiert an der Lebenswirklichkeit
  • (bessere) Vernetzung der Gruppen
  • Kontakt bei Taufe, Erstkommunion, Firmung, Trauung und Beerdigung als pastorale Chance sehen und offen und an der Lebenswelt der Menschen/Familien orientiert handeln
  • Gemeinschaft stärken
  • Angabe des Zelebranten in der Gottesdienstordnung
  • Rolle der Frau in der Kirche stärken, …

Nun geht es weiter: Wir werten die Rückmeldungen systematisch aus und suchen nach Formaten, um an den aufgeworfenen Herausforderungen, Fragen und Wünschen gemeinsam mit möglichst vielen Interessierten zu arbeiten. Da liegt noch viel Arbeit vor uns – wir hoffen aber, dass Sie diesen Weg mit uns gehen. Denn: Kirche hat Zukunft – mit dir!

Daher freuen wir uns auch über weitere Rückmeldungen zu den aufgeworfenen Fragen, gerne per E-Mail an pfarrgemeinderat@neuss-mitte.de oder per Post (PGR, Freithof 7, 41460 Neuss).

Bernhard Wehres, PGR-Vorsitzender

Präsentation (PDF)  Tischdecken-Galerie

 

Liebe Gemeindemitglieder,

wir müssen reden!

Unsere Kirche steht vor großen Herausforderungen: immer weniger Menschen fühlen sich angesprochen, Vertrauen ist verloren gegangen. Es werden immer weniger hauptberuflich in der Seelsorge tätig sein, die finanziellen Möglichkeiten werden abnehmen. Daher stehen auch strukturelle Veränderungen in unserem Bistum an. Wir können und wollen nicht einfach so weitermachen wie bisher.

Wir möchten in unserer Pfarreiengemeinschaft einen Prozess beginnen, bei dem wir unter Beteiligung möglichst vieler Gemeindemitglieder Antworten finden wollen, wie wir als „Kirche vor Ort“ auf diese Entwicklungen reagieren können. Dabei ist eine der zentralen Fragen, wie die Menschen in unseren Gemeinden heute und morgen lebendig Kirche sein wollen und sein können.

In einem ersten Schritt möchten wir Sie nun über die auf uns zukommenden Herausforderungen informieren, Ihre Wünsche, Sorgen und Ideen erfahren und Sie einladen, mit uns die anstehenden Veränderungsprozesse zu gestalten.

Kirche bei uns vor Ort wird Zukunft haben, wenn wir mutig, hoffnungsvoll und begeisternd Mitverantwortung für das kirchliche Leben übernehmen.

Deswegen seien Sie am 3. November dabei!

Ihr Pfarrgemeinderat

Info-Faltblatt (PDF)  Plakat (jpg) (zum Speichern: Rechtsklick -> „Ziel speichern unter“)

 

Sonntag, 3. November 2019

11.30 Uhr Messfeier in Hl. Dreikönige (Jülicher Str. 65)
anschl. Imbiss nebenan im Pfarrzentrum
13.00 Uhr Information über aktuelle und künftige 
Herausforderungen in unserem Bistum und bei uns vor Ort
Austausch in Kleingruppen über Wünsche, Sorgen und Ideen
Formulierung erster Empfehlungen
Vorstellung im Plenum
Ausblick
15.00 Uhr Abschlussgebet

 

Ab 12.30 Uhr ist eine Kinderbetreuung in der Kita Hl. Dreikönige (im gleichen Gebäude) organisiert.

Erreichbarkeit:
Bus-Haltestellen „Kantstraße“ (842, 843, 844, 858, 864, 870), „Dreikönigenstraße“ (848), „Friedrich-Ebert-Platz“ (843, 844, 848); S-Bahn-Halt „Neuss Süd“ (S11)

Wegen Bauarbeiten ist die Dreikönigenstraße gesperrt; begrenzte Parkmöglichkeiten auf der Jülicher Straße.